Drei Wege um Neugier zu wecken
3 Techniken des Schreibens, um den Leser zu fesseln

Drei Wege um Neugier zu wecken - 3 Techniken des Schreibens, um den Leser zu fesseln

veröffentlicht am: 15. Jun 2018



Drei Wege um Neugier zu wecken – Es gibt drei Techniken / Wege, mit Hilfe derer du das Interesse des Lesers in deiner Geschichte halten kannst. Klick um zu tweeten


Übersicht des Inhalts:

1. Technik: ein Geheimnis / ein Rätsel einbringen

2. Technik: Spannung aufbauen

3. Technik: dramatische Ironie schaffen

 

Die drei Wege, um als Autor das Interesse des Lesers zu halten, ergeben sich durch die Technik ein Geheimnis/Rätsel einzubringen, durch Spannungserzeugung sowie durch dramatische Ironie.

 

1. Technik: ein Geheimnis / ein Rätsel einbringen

Der Leser hat nicht all die Informationen, welche die Figur in der Geschichte besitzt.

Das bedeutet, dass man als Autor nicht durch Exposition sofort alles erklären muss, was eine Figur weiß, sondern dass der Leser dies selbst entdecken / herausfinden darf.
Es wäre unnatürlich z.B. für zwei Figuren in einem Gespräch zu sagen:

„Hey, unser einziger Sohn Ben, der mit der Anwältin Clara verheiratet ist, die nebenbei dieses Modegeschäft für Katzen betreibt, wurde von ihr vor die Tür gesetzt.‟

Interessanter ist es doch zu lesen:

„Sie hat Ben rausgeschmissen.‟

Das Weglassen von Informationen, sei es eine Erklärung, über die geschaffene Welt, die Umstände, Regeln ... (vor allem in Sci-Fi und Fantasy Geschichten) nimmt den Leser mit auf eine Entdeckungsreise. Als Autor sollte man bedacht sein, seine Leser so viel wie möglich erleben zu lassen. Auch wenn das bedeutet, ihnen gewisse Informationen vorzuhalten, bis sie aktiv durch Aktion oder Offenbarung aufgelöst / beantwortet werden.

Man sollte vor allem am Anfang der Geschichte so viele Informationen wie nötig weglassen, um die Neugier des Lesers zu wecken. "Was geht hier vor? Ich will mehr erfahren."

Werden zu viele Dinge/Fragen dem Leser bereits schon am Anfang erklärt/beantwortet, dann ist es langweilig.
Was hält ihn noch in der Geschichte, wenn er schon alles weiß?

Man sollte danach bestrebt sein, die Geschichte besonders am Anfang voranzutreiben, indem man Fragen aufwirft, die der Leser an einen späteren Zeitpunkt beantwortet haben möchte. Nur nicht sofort, denn dann ist ihm der Verlauf der Geschichte egal.

 

2. Technik: Spannung aufbauen

Der Leser und der Protagonist in der Geschichte besitzen den selben Kenntnisstand / die gleichen Informationen

Nehmen wir an, der Protagonist kommt von der Suche nach seinem weggelaufenen Hund erfolglos nach Hause. Ein fremder Mann erwartet ihn und erzählt ihm, dass er mit ihm kommen muss. Etwas wäre mit seinem Hund geschehen. Der Unbekannte bietet an, den Protagonisten zu seinem vierbeinigen Freund zubringen.

In dieser Szene hat der Leser genauso viel Informationen über den Fremden, wie der Protagonist. Als Leser weiß man, was der Protagonist weiß. Man weiß nicht mehr über die fremde Person als der Protagonist.

Indem der Autor neue Begebenheiten / Umstände / Personen einführt, die weder der Protagonist noch der Leser einordnen / einschätzen kann oder die ihm unbekannt sind,  kann der Autor Spannung erzeugen.

Man weiß einfach nicht, was man von der Wendung halten soll und zu was sie führen wird.

Gleichzeitig gerät der Protagonist in eine Krise.

In diesem Beispiel: Soll er dem Fremden vertrauen, mit ihm gehen und entweder seinen Hund wiedersehen oder es war nur ein Vorwand, und etwas weit schlimmeres erwartet ihn; oder soll er das Angebot des Fremden ablehnen und selbst nach seinem Hund weitersuchen.

 

3. Technik: dramatische Ironie schaffen

Der Leser hat mehr Informationen, als die Figur in der Geschichte besitzt.

Dramatische Ironie ist die Technik, mit der am sparsamsten umgegangen werden sollte.

Offenbart man dem Leser zu viele Informationen, während der Protagonist weiter im Dunklen tappt, kann das schnell zu einem Verlust des Leserinteresses führen.

Vor allem, wenn man dramatische Ironie am Anfang der Geschichte einsetzt, kann es passieren, dass der Leser das Buch zuklappt und sagt: „Oh man, das wollte ich doch gar nicht wissen. Jetzt weiß ich genau, was geschehen wird.‟

Mit jeder Information, die man dem Leser mit Hilfe von dramatischer Ironie preisgibt, baut er Erwartungen auf und hat eine voreingenommene Meinung, was wie passieren wird. Als Autor muss man es schaffen, diese Erwartungen entweder zu übertreffen oder so einen unerwarteten Bogen zu schlagen, dass der Leser überrascht wird.

In meinem Buch "Der Fedora Attentäter" hatte ich eine Szene, wo der Antagonist mit seinem Boss über den Bombentechniker Picasso spricht. Der Boss schlug am Ende der Szene vor, dass sie Picasso ausschalten müssten.
Daraufhin folgte die Szene, wo Picasso mit seinem Team zu einem Einsatz gerufen wird. Und Picasso tappt in die Falle.

Das Feedback meiner Testleser war hier: „War nicht überraschend. Ich wusste ja, dass ihm etwas zustoßen wird.‟

Sie haben die Falle erwartet und sie ist eingetreten. Sie wussten, wer es geplant hat, und folglich war auch die Auflösung des Hinterhalts keine Überraschung mehr.

Was habe ich also getan? Ich habe die Szene eher aufhören lassen, ohne dass der Antagonist und sein Boss noch über ihr Vorhaben sprechen. Daraufhin geschieht der Anschlag unerwartet. Das Konzept der dramtischen Ironie hat an dieser Stelle nicht funktioniert. Es war im Verlauf der Geschichte dafür umso spannender, dass der Leser zusammen mit Picasso herausfinden konnte, wer hinter dem Anschlag auf ihn steckte, und vor allem, was dieser Hinterhalt bezwecken sollte.

 

Mehr zu diesem Konzept kannst du dir im Podcast von Shawn Coyne und Tim Grahl anhören.





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 - Autorin und Lektor nach den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand dieser Blog, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben

Sie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.




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